BORG-Schülerinnen und aus Kriegsgebieten geflüchtete Frauen kochen gemeinsam.
Der folgende Text samt Bildern ist am 31.03.2026 in der Pinzgauer Woche (Beilage der Sazburger Nachrichten) erschienen.
Autorin: Christa Nothdurfter
Elisa, Emelie, Sandra und Stefanie organisierten einen kulturübergreifenden Kochnachmittag. Auf den Tellern landete Pinzgauer Kost wie Nidei oder Bedlmandlgulasch.
Elisa Bokhorst aus der 7a-Klasse erklärt den Hintergrund: "Im Fach Projektmanagement stand auch heuer die Organisation einer externen Veranstaltung auf dem Programm. Emelie, Sandra, Stefanie und ich haben uns für ein Integrationsprojekt entschieden. Von einer Freundin meiner Mutter, die Deutschkurse für Frauen mit Migrationshintergrund abhält, weiß ich, dass sich diese noch schwerer tun als Männer, wenn es darum geht, soziale Kontakte zu haben. Die Männer gehen arbeiten, aber die Frauen sind meistens zu Hause bei ihren Kindern."
Die Jugendliche, die so wie ihre Klassenkameradinnen das Bundesoberstufenrealgymnasium in Mittersill besucht, berichtet auch von ihrem Vater, einem zugezogenen Niederländer: "Er hat sich am Anfang auch nicht ganz leicht getan, sich hier in Wald heimisch zu fühlen. Um wie viel schwieriger muss es dann für Flüchtlinge anderer Hautfarbe sein?"
Vergangenen Donnerstag war es jedenfalls so weit: Mit Unterstützung von Andrea Rieder - sie ist Autorin der Bücher "Andrea kocht - Pinzgauer Kost und mehr, I und II" - ging es im Klausnerhaus in Hollersbach für Frauen aus Syrien, Simbabwe und dem Südsudan an die gemeinsame Zubereitung von (Oischneid)nidei mit Kraut, Bedlmandlgulasch und Äpfönudeln.
Elisa: "Wir haben in drei Gruppen mit drei oder vier Frauen gekocht. Es war einfach super. Die Frauen waren offen und freundlich und haben uns voller Freude die jeweiligen Zutaten in ihre Sprache übersetzt. Wir vier Mädels haben von Haus aus eine offene Einstellung anderen Kulturen gegenüber, und diese vorurteilsfreie Einstellung ist an diesem Tag bestätigt worden."
Die BORG-Schulsprecherin findet "die Ausländerfeindlichkeit, die bei uns oft herrscht, echt wax". Vor allem in der Mittelschule sei sie oft damit konfrontiert gewesen. "Jetzt, im Gymnasium, handelt es sich eher um Einzelfälle. Und es gibt kein aktives Mobbing, sondern eher stellt es sich so dar, dass jemand einfach ignoriert wird. Es handelt sich zwar um Einzelfälle, aber ich als Schulsprecherin rede dann darüber mit denjenigen."
Zurück zum Projekt, zu dem natürlich auch das gemeinsame Essen gehört hat: Die bis ins Detail ausgearbeitete Idee der vier Schülerinnen findet vielleicht sogar Nachahmung. "Eine Mitarbeiterin der ‚Salzburger Volkskultur' hat Interesse daran gezeigt und es kann sein, dass unser Konzept aufgegriffen wird und auch noch woanders umgesetzt wird", freut sich die Gesprächspartnerin der Pinzgauer Woche.
Die angesprochene Freundin von Elisas Mutter heißt übrigens Inge Kirchner. Die Hollersbacherin sowie Maria Lemberger-Kurtz aus Mittersill sind die beiden Frauen, welche den Sprachtrainingskurs der Stadtgemeinde Mittersill seit etlichen Jahren in Eigenregie und enorm engagiert mit Leben erfüllen.
Und das Mittersiller Sozialressort mit Vizebürgermeister Felix Germann und Stadträtin Susanne Hirchbichler an der Spitze übernahm sozusagen als benötigter Auftraggeber die Lebensmittelkosten für das Projekt der vier motivierten Schülerinnen.