Die 8a im Museum der Moderne Salzburg
Zum Abschluss des Schuljahres unternahm die Klasse 8a eine Exkursion ins Museum der Moderne Salzburg. Bei strahlendem Wetter bot sich nicht nur ein beeindruckender Ausblick über die Stadt, sondern auch die Gelegenheit, zeitgenössische Kunst hautnah zu erleben.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Auseinandersetzung mit der Ausstellung des Künstlers Georg Baselitz. Besonders intensiv beschäftigten sich die Schüler*innen mit dem Gemälde „Ankunft demnächst“. Das Werk regte dazu an, zentrale Fragen zu erkunden: Was bedeutet Ankunft? Ist sie ein endgültiger Zustand oder vielmehr ein vorübergehender Moment? Und inwiefern bleibt jede Ankunft fragmentarisch, ein Zwischenzustand, der nie ganz abgeschlossen ist?
Im Rahmen eines kreativen Schreibprojekts setzten die Schüler*innen ihre Eindrücke und Gedanken in eigene Texte um. Direkt vor dem Kunstwerk entstanden vielfältige Perspektiven. Einige beschrieben persönliche Erfahrungen des Ankommens in neuen Lebenssituationen, andere näherten sich dem Thema auf abstrakte oder philosophische Weise. Die entstandenen Schüler*innentexte zeigen eindrucksvoll, wie Kunst zur Inspiration für eigenes Denken und Schreiben werden kann. Sie spiegeln individuelle Zugänge wider und laden dazu ein, sich selbst mit den Fragen von Ankunft, Vergänglichkeit und Offenheit auseinanderzusetzen.

Eine Auswahl der kreativen Texte der Schüler*innen sind im Folgenden nachzulesen.
Der Käfig stirbt (Musab Cifci)
Ankunft. Sie wirkt verstörend. Zwei Menschenkörper in Blut gebadet. Ohne Köpfe. Sie stehen still, abgemagert, Haut und Fleisch zersetzt sich langsam. Sie sind unter der Erde. Sie sind tot. Die Ankunft des Todes. Sie wirkt still und ruhig. Rundherum ist niemand, nur zwei Leichen und die kalte, braune Erde. Sie erinnern uns an den Tod. Vor allem die Köpfe fehlen, kopflos. Sie machen den Tod nicht aus. Die Köpfe fehlen, wenn man Tod ist. Es fehlen dann auch der Geist und die Gedanken. Sie bleiben draußen, der Tod lässt sie über. Die Seele bleibt über. Sie bleibt, weil der Körper nur ein kalter Käfig ist. Wenn er stirbt, öffnet sich ein Tor der Freiheit für die Seele.
Das Feuer, die Erlösung (Lena Voithofer)
Stille umhüllt mich. Vor meinen Augen: eine verzerrte Wirklichkeit, die mich erschüttert. Zwei Menschen, eine gemeinsame Vergangenheit. Antisemitismus wird allen zum Verhängnis. Rot, wie das Feuer, das ihnen den letzten Funken an Leben raubt. Verletzte Körper und eine verletzte Ehre, nur weil man nicht der Norm entspricht. Zerstörung und Ende nahen. Das Einzige, was von einem entwürdigenden Leben übrigbleibt, ist die Asche, die unter einen Teppich gekehrt wird. Ein Herzschlag, der verhallt. Ein Atem, der stockt und Augen, die für immer geschlossen bleiben. Und alles wird still. Schreie verstummen. Die Seele, die dazu verdammt ist, das Licht zu finden. Verzweifelt in der Ewigkeit.
Ein Leben, das erst im Himmel seine Ankunft findet, weil dort der Frieden herrscht. Und endlich folgt Erlösung, von all dem Leid, das ihnen widerfahren ist.
Text und Bilder: BORG Mittersill